Spitzwegerich ist eine einheimische Heilpflanze, die auch unter dem Namen Spießkraut bekannt ist. Sie entstammt der Familie der Plantaginaceae, zu Deutsch, Wegerichgewächse. Sie kennzeichnet sich durch ihre Widerstandsfähigkeit, ihren langen, dünnen Halm und die in einer Rosette stehenden Laubblätter, die wie Lanzen aus dem Boden schießen.

Spitzwegereich bevorzugt als Standort Wegrändern und Wiesen. Die Blüten entfaltet sie von Mai bis September. Die Ernte findet im Frühling und Frühsommer statt.

Spitzwegerich gerät in den letzten Jahren immer mehr aufgrund der vielfältigen Heilwirkungen in den Fokus nicht nur der Naturheilmedizin. Wir klären, was dran ist am Heilkraut Spitzwegerich.

Spitzwegerich schon in der Geschichte als Heilpflanze bekannt

Die Heilwirkungen der Pflanze sind seit vielen Jahrhunderten bekannt und es ranken sich etliche Mythen um das Kraut. So soll der griechische Arzt Dioskurides in der Antike Spitzwegerich in Wasser und Wein gekocht

  • bei Fiebererkrankungen

verabreicht haben. Plinius rühmte die Heilpflanze in mehreren schriftlichen Abhandlungen, Hildegard von Bingen nutzte die Pflanze zur Herstellung eines Tranks, den sie

  • gegen Gicht

verordnete. Auch stellte sie aus den Wurzeln ein Pulver her, das Gift und selbst Liebeszauber abwehren sollte. Das wusste wahrscheinlich auch Shakespeare. Er bezeichnete den Spitzwegerich in seinen Dramen, als „plantain“, ein Heilmittel gegen Hautverletzungen und Wunden. Die ältere Generation in Deutschland wird sich erinnern, dass die Pflanze während des zweiten Weltkriegs zahlreichen Soldaten bei der Wundheilung half. Auch diente sie in Kriegszeiten als Nahrungsmittel. In der Volksmedizin wird Spitzwegerich verwendet, um das Wundlaufen zu verhindern. Das brachte ihm den Beinamen „Wundwegerich“ ein.

Spitzwegerich lindert Husten

Spitzwegerich gegen Husten

Die in Spitzwegerich enthaltenen Schleim- und Gerbstoffe wirken antibakteriell und hustenlösend.
Bildquelle: Africa Studio / Shutterstock.com

Der Spitzwegerich enthält eine Reihe maßgeblicher Pflanzenstoffe mit Heilwirkung. Besonders die in der krautigen Pflanze enthaltenen Schleim- und Gerbstoffe sind für die Medizin interessant. Sie wirken antibakteriell und hustenlösend. Deshalb finden sich Bestandteile der Pflanze in unzähligen Hustenmitteln.

Der Spitzwegerich lässt sich als Tee zubereiten oder zu einem Saft bzw. Sirup auspressen. Außerdem befinden sich Bestandteile und Inhaltsstoffe der Heilpflanze sich in Salben und anderen kosmetischen Produkten.

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Herkunft & Vorkommen von Spitzwegerich

Spitzwegerich am Wegerand

Spitzwegerich gehört zu den häufigsten, am Wegrand angesiedelten Pflanzen in Deutschland. Fast jeder hat diese Pflanze beim Spatzierengehen im Grünen schon einmal gesehen.
Bildquelle: marina kuchenbecker / Shutterstock.com

Der wild wachsende Spitzwegerich mit dem lateinischen Namen Plantago lanceolata, zählt zu den Wegerichgewächsen, die über 190 Arten umfassen. Er ist mit dem Leinkraut, dem Fingerhut und dem Ehrenpreis verwandt und gehört zu den häufigsten, am Wegrand angesiedelten Pflanzen in Deutschland.

Der Spitzwegerich wächst auch in Höhenlagen bis zu 1.700 Meter und ist im bergigen Gelände genauso zu Hause wie im Flachland. Ursprünglich kam er nur in Mitteleuropa vor. Heute hat sich die Heilpflanze über die ganze Welt ausgebreitet. Besonders in asiatischen Ländern wächst die krautige Pflanze stark. Aufgrund der hohen Heilwirkung wird Spitzwegerich zudem gezielt kultiviert.

Der Spitzwegerich hat schmale, lanzenartige Blätter, die aus dem Boden wachsen, bis zu 30 cm lang werden und eine Rosette bilden. Sie sind an den fünf bis sieben Blattrippen erkennbar, die parallel zueinander verlaufen und sich am Blattende zusammenfügen. Daher der Zweitname „Siebenrippe“.

Der kantige und blattlose Stängel des Spitzwegerichs wächst 10-40 cm hoch und hat unscheinbare lilafarbene Blüten in länglichen Ähren, die eine Walze formen. Die Blüten weisen ein Tragblättchen auf, das aus einem trockenhäutigen braunen Kelch mit behaartem Kiel und winzigen weißen Kornblättchen besteht. Zudem sind die Blüten mit sehr kleinen Fruchtknoten ausgestattet. Die Bestäubung erfolgt erst, wenn die untersten Blüten blühen. Sie schieben den befruchtungsfähigen Griffel nach außen, der anschließend bestäubt wird. Dann erst öffnet die Blüte den Staubbeutel. So verhindert sie eine Selbstbestäubung. Die Wurzeln sind mit zahlreichen Faserwurzeln ausgestattet, die eine Tiefe von maximal 60 cm erreichen.

Der Spitzwegerich ist

  • widerstandsfähig,
  • ausdauernd,
  • frosthart und
  • vermehrt sich leicht.

Spitzwegerich anpflanzen

Er bevorzugt nährstoffreichen Boden und Wegränder, gedeiht aber auch auf Wiesen, Brachflächen und an Waldlichtungen. Wer Spitzwegerich in seinem Garten pflanzen will, sollte eine humus- und nährstoffreiche Erde verwenden, die stets feucht bleibt. Bei der Aussaat sollte pro Pflanze ein Abstand von 20 cm eingehalten werden. Die beste Saatzeit ist Ende März. Die ersten Keimlinge erscheinen nach rund 14 Tagen.

Die Blütezeit des Spitzwegerichs erstreckt sich von Mai bis September. Die beste Erntezeit ist zwischen April und Juni, wenn die Pflanze noch nicht blüht.  Der Spitzwegerich überwintert unterirdisch und treibt im Folgejahr erneut aus.

Inhaltsstoffe & Wirkstoffe von Spitzwegerich

Inhaltsstoffe von Spitzwegerich

Spitzwegerich beinhaltet zu 3% Iridoiden – sekundäre Pflanzenstoffe mit einer antimikrobiellen und entzündungshemmenden Wirkung.
Bildquelle: Likoper / Shutterstock.com

Iridoiden im Spitzwegerich

Die bedeutendsten Inhaltstoffe im Spitzwegerich sind die Iridoiden, die einen Anteil von etwa drei Prozent ausmachen. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben eine

  • antimikrobielle,
  • entzündungshemmende
  • und antibiotische Wirkung.

Sie schützen den Körper vor eindringenden Giftstoffen und sie sind für den bitteren Geschmack der Pflanze verantwortlich.

Aucubin und Catalpol im Spitzwegerich

Weiterhin enthält das Kraut Substanzen wie Aucubin und Catalpol. Aucubin ist ein Pflanzenstoff, der

  • antibiotisch,
  • entzündungshemmend
  • und reizmildernd wirkt.

Direkt auf die Haut aufgetragen, mildert es Jucken und Schwellungen. Der Stoff bleibt nur bei sorgfältiger Extraktion erhalten und zeichnet sich durch seine Schimmelfreiheit aus. Bei unsachgemäßer Trocknung der Pflanze jedoch geht das Aucubin verloren. Catalpol, ebenso ein sekundärer Pflanzenstoff, hat ähnliche Wirkungen auf den Körper wie Aucubin. Zudem werden ihm leberschützende Eigenschaften zugesprochen. Man spricht auch von antihepatotoxischer Wirkung.

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Polysaccharide im Spitzwegerich

Daneben finden sich zwischen zwei und sechs Prozent schleimbildende, langkettige Polysaccharide. Das sind Zuckermoleküle, die aus Galacturonsäure und Galactose bestehen. Für den Menschen sind sie als Schleimstoffe, Reservestoffe und Nährstoffe von Bedeutung. Langkettige Polysaccharide unterstützen die Funktion der Zellwand, übernehmen wertvolle Aufgaben im menschlichen Stoffwechsel und speichern Energie. Sie sind übrigens nicht nur in Spitzwegerich, sondern auch in Kartoffeln und Getreidekörnern zu finden.

Weitere Inhaltsstoffe im Spitzwegerich

Daneben weist Spitzwegerich Phenylethanoide, Flavonoide, und Gerbstoffe auf. Die Phenylethanoide sind cyclische, mehrfach hydroxylierte Verbindungen, die Zellfunktionen regulieren und über Radikalfängereigenschaften verfügen. Kurz zur Erläuterung: Hydroxylierung = chemische Reaktion, bei der Enzyme in ein Molekül eingeführt werden. Phenylethanoide können vor Zellschädigungen schützen. Die Flavonoide, sind pflanzliche Farbstoffe mit aromatischen Ringen. Sie wirken entzündungshemmend und antioxidativ. Außerdem finden sie in der Medizin häufig Anwendung und senken das allgemeine Erkrankungsrisiko.

Die Gerbstoffe haben zusammenziehende Eigenschaften und beschleunigen die Wundheilung. Ätherische Öle, die ebenfalls antimikrobiell wirken, sind auch in Spitzwegerich enthalten. Sie schützen vor Krankheiten und Bakterien und bestehen aus verschiedenen chemischen Verbindungen. Sie sind fettlöslich, besitzen aber keine Fette. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen sie, die Symptome zu lindern.

Die Inhaltstoffe von Spitzwegerich im Überblick:

  • Gerbstoffe,
  • Aucubin,
  • Catalpol,
  • Zuckermoleküle,
  • Galaktose,
  • Galacturonsäure,
  • Schleimstoffe,
  • Ätherische Öle,
  • Flavonoide,
  • Phenylethanoide
  • Kalium,
  • Zink,
  • Kieselsäure,
  • Saponin.

Wirkung von Spitzwegerich

Wirkungen von Spitzwegerich

Spitzwegerich wirkt recht zuverlässig gegen Bakterien und Erreger von Infektionen der Harn- und Atemwege sowie der Haut.
Bildquelle: Billion Photos / Shutterstock.com

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg wählte Spitzwegerich zur Heilpflanze des Jahres 2014.

Die vielseitige Heilwirkung, die Spitzwegerich dank der hochwertigen Inhaltsstoffe besitzt, ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Spitzwegerich wirkt

  • reizlindernd,
  • zusammenziehend,
  • antibakteriell,
  • antimikrobiell,
  • leberreinigend,
  • schleimlösend und
  • krankheitsvorbeugend.

Spitzwegerich hemmt Bakterien und Erreger von Infektionen der Harn- und Atemwege sowie der Haut,

  • lindert Lungenentzündungen,
  • Katarrhe,
  • Rachenschleimhautentzündungen,
  • Muskelerkrankungen
  • und Hustenreize.

Bei Mückenstichen, Allergien oder äußerlichen Hautverletzungen sollten Betroffene die frischen Blätter des Spitzwegerichs zerkauen und auf die Wunde oder entzündete Haustelle legen. Gleichzeitig desinfiziert die Pflanze die Wunde und fördert die Wundheilung. Bei Insektenstichen hemmt sie das Juckgefühl. Auch lassen sich mit dem Kraut Darmpilze und Erkältungskrankheiten behandeln.

Laboruntersuchungen zu Spitzwegerich

Klinische Studien über Spitzwegerich gibt es keine. Bisher fanden nur pharmakologische Laboruntersuchungen statt. Die Universität Santiago de Compostela wies 2006 in einer in-vitro Untersuchung nach, dass der Spitzwegerich entzündungshemmend wirkt. Die Wissenschaftler der Higashi-Nippon-Gakuen-Universität in Japan konnten an Versuchen mit Mäusen, die eine Dickdarmentzündung haben, nachweisen, dass die Pflanze einen deutlichen, lindernden Effekt auf die Krankheit hat.

Ärzte verschreiben sie in Japan gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die Wilhelms-Universität Münster legte einen wissenschaftlichen Versuch mit Meerschweinchen auf. Im Rahmen der Untersuchung zeigte sich, dass ein Ethanolextrakt aus Spitzwegerich Krämpfe löst wirkt und spasmischen Husten lindert.

Die Einnahme von Spitzwegerich Präparaten ist EU-weit durch die europäische Arzneimittelagentur als Husten- und Erkältungsmittel anerkannt. Die Pflanze kommt seit der Antike in allen wichtigen Medizinbüchern als Heilmittel vor.

Spitzwegerich und Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind nur wenige bekannt. Spitzwegerich kann problemlos als Hausmittel angewendet werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten lassen sich generell ausschließen. Patienten, die allerdings regelmäßig Arzneimittel einnehmen, sollten vor der Einnahme des Krautes Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Auch Allergiker sollten vorsichtig sein. Vor allem bei einer äußerlichen Anwendung können die Blätter des Spitzwegerichs phototoxische Reaktionen hervorrufen.

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Anwendungen von Spitzwegerich

Die Verabreichung desSpitzwegerichs erfolgt als Tee, Saft oder Creme. Durch die vielen Inhaltsstoffe ist die Heilpflanze auf vielfältigen Anwendungsgebieten geeignet:

  • Katarrhe
  • Entzündungen
  • Wunden
  • Husten
  • Durchfall
  • Darmschleimhautentzündung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Erkältung
  • Gefäßverletzungen
  • Prellungen
  • Infektionen
  • Kopfschmerzen
  • Insektenstichen
  • Schleimhautentzündung
  • Sonnenbrand
  • Bluterguss
  • Verbrennungen
  • Zahnfleischbluten
  • Blasen
  • Warzen
  • Hühneraugen.

Eine übliche Anwendungsform ist Spitzwegerichtee, den Patienten dreimal täglich zu sich nehmen sollten. Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Dazu kommen die Blätter des Spitzwegerichs zum Einsatz. Sie lassen sich am besten pflücken, bevor die Pflanze blüht. Die Blätter müssen nach der Ernte trocknen. Danach ist eine Weiterverarbeitung möglich. Die Samen des Spitzwegerichs sind ebenfalls verwendbar. In Wasser eingeweicht und gekocht, helfen sie bei Pilzinfektionen. Die Wurzeln wirken in frisch geernteter und gereinigter oder in weichgekochter Form

  • ausgiebig zerkaut
  • spürbar gegen Zahnschmerzen.Getrocknete Spitzwegerichblätter haben Apotheken im Sortiment, manchmal bieten sie auch gut sortierte Drogeriemärkte an. Darüber hinaus sind Lutschpastillen oder Hustensaft im Angebot. Für die äußerliche Anwendung können Patienten Salben erwerben. Beim Kauf sollten Verbraucher auf die Mischung und Dosierung achten und den Beipackzettel lesen.Die Blätter lassen sich kochen und zu Gemüse verarbeiten. Die Zubereitung von Spitzwegerich ist mit der von Spinat vergleichbar. Er schmeckt nach Waldpilzen und ist angenehm frisch. Die  Blätter passen gut zu Nudeln und Reis. Mit ihnen können Köche ein ungewöhnlich köstliches Pesto zubereiten. Ungekocht passen die Blätter zu Salat oder würzen unterschiedliche Gerichte. Zerkleinerte Blätter des Spitzwegerichs in einem Glas mit Honig vermischt sind gesund und stärken das Immunsystem. Auch auf dem Brot schmeckt der Spitzwegerich-Honig gut.

    Spitzwegerich bei Entzündungen im Mund-, Rachenraum und der Haut

    Entzündungen und Erkältungen werden häufig durch einen grippalen Infekt, Viren oder Bakterien ausgelöst. Meistens sind die Nasenschleimhäute und Bronchien betroffen. Die Entzündungen treten auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Das passiert an kalten Tagen und im Winter. Wer die Entzündungskrankheiten verschleppt, kann Folgekrankheiten auslösen.

    Spitzwegerich ist ein bekanntes Heilmittel bei Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Die Schleimstoffe der Pflanze legen sich auf die gerötete Schleimhaut und verhindern den Hustenreiz. Patienten müssen weniger Husten. Auch Entzündungen der Rachenschleimhaut lassen sich mit Spitzwegerich gut behandeln, weil er neben den Schleimstoffen auch antientzündlich wirksame Inhaltsstoffe liefert. Unter anderem reagieren die Gerbstoffe, die sich in der Pflanze befinden, mit den Eiweißstoffen in den Schleimhäuten.

    Zusammen bilden sie ein Häutchen, ähnlich einer Schutzschicht. Diese Eigenschaft wird auch als adstringierend bezeichnet. Äußerlich angewandt entfaltet der Spitzwegerich seine Heilwirkung bei entzündeter Haut und Insektenstichen. Die Gerbstoffe ziehen die Haut zusammen und festigen das Bindegewebe. Die sekundären Pflanzenstoffe reparieren zudem die Zellschädigungen der Haut und fördern die Wundheilung.

    Ende der 1990er Jahr führte die Universität Rostock (Lehrstuhl für Naturheilkunde im Zentrum für Innere Medizin) eine Anwendungsbeobachtung durch. Diese offene Fallstudie umfasste fast 600 Erwachsene und Kinder. Ihnen wurde bei einer Erkältung ein Spitzwegerichsaft verabreicht.

    Anschließend beobachteten die Ärzte, wie sich die Symptome verbesserten. In rund 70 Prozent der Fälle ließ sich nach drei Tagen eine starke Besserung feststellen. Nur bei wenigen Patienten fand eine Besserung erst zu einem späteren Zeitpunkt statt. Die maximale Behandlungszeit umfasste 14 Tage.

    Spitzwegerich zur Blutstillung

    Spitzwegerich zur Blutstillung

    Spitzwegerich wird häufig zur lokalen Blutstillung verwendet, denn er fördert die Blutgerinnung.
    Bildquelle: Patcharapa / Shutterstock.com

    Bei einer offenen Wunde verletzen sich die Blutgefäße und reißen ein. Der Mensch besitzt zwar einen körpereigenen Blutstillungsmechanismus, die sogenannte Hämostase, doch nicht immer schafft es der Körper, mit der blutenden Wunde alleine zurechtzukommen. Deshalb setzt die Medizin verschieden Praktiken ein, die den Blutfluss eindämmen. Bei frischen Wunden hilft das Hochlagern des verletzten Körperteils, damit sich der Blutdruck an der betroffenen Stelle vermindert. Ein Druckverband auf der Wunde unterstützt die Blutstillung zusätzlich. Auch Heilkräuter, die blutstillende Eigenschaften haben, lassen sich anwenden.

    Spitzwegerich wird deshalb häufig zur lokalen Blutstillung verwendet. Er fördert die Blutgerinnung. Bei Nasenbluten lässt sich die Blutstillung durch ein in Spitzwegerichtee- oder Saft getunktes Taschentuch unterstützen. Am besten wirkt es, wenn das Taschentuch direkt in die Nase geschoben wird. Die Blutstillung tritt dann innerhalb kurzer Zeit ein. Auch bei anderen offenen Wunden ist diese Anwendung möglich. Bei Behandlungen von offenen und blutenden Wunden kann ein Tuch mit der Spitzwegerichtinktur auf die wunde Stelle gelegt werden. Bei der Erstversorgung von blutenden Wunden helfen auch Auflagen mit frischen Spitzwegerichblättern.

    Bei Rasierunfällen und kleinen Schnitten in der Haut sorgen die Gerbstoffe der Heilpflanze für ein vorzeitiges Schließen der Blessur. Die Haut zieht sich zusammen. An der Wunde lagern sich Blutplättchen an. Sie dichten die offene Wunde nach und nach ab. Die Inhaltstoffe des Spitzwegerichs helfen, die Blutplättchen miteinander zu verbinden und einen festen Pfropf zu bilden. Es kommt zur Blutgerinnung und damit zur Bildung von Fibrin. Damit die Heilung nicht gestört wird, desinfizieren und reinigen die Wirkstoffe der Heilpflanze die Wunde und wirken Entzündungen entgegen.

    Darreichungsformen von Spitzwegerich

    Spitzwegerich ist ein gut verträgliches pflanzliches Medikament, das innerlich angewendet keine Nebenwirkungen hat und keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufweist. Es eignet sich besonders für Kinder. Spitzwegerich ist rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Es ist in Europa ein anerkanntes Heilmittel. Die Darreichungsformen sind:

    • Tee,
    • Saft,
    • Sirup,
    • Öl,
    • Cremes und Salben,
    • Shampoo
    • Lutschbonbons,
    • frische Blätter.

    Die frischen Blätter in zerriebener Form helfen bei juckenden Insektenstichen. Spitzwegerichsaft- und Sirup sind als Mittel gegen Reizhusten und Rachenentzündungen zu empfehlen. Die Lutschbonbons gibt es in verschiedenen Varianten, zum Beispiel mit Honigfüllung oder Pfefferminze.

    Salben, die Spitzwegerich enthalten, sind in verschiedenen Variationen erhältlich. Diese sind äußerlich auf der Brust oder dem Rücken aufzutragen, um Erkältungen und Bronchitis zu lindern. Die Salbe ist in der Regel mit weiteren Heilkräutern wie Eukalyptus und Bienenwachs angereichert.

    In der Kosmetik findet Spitzwegerich als Heilmittle von Akne Anwendungen.

    • Hautcremes mit Extrakten der Heilpflanze reinigen die Haut und verhindern ein Einfetten.
    • Auch die Haare lassen sich mit der Pflanze pflegen. Shampoo mit Spitzwegerich wirkt gegen Schuppen, entzündliche Kopfhaut und fettiges Haar.
    • Das Kraut wird Gesichtsmasken, Feuchtigkeitscremes und Bodylotions hinzugefügt. Sie sorgen für ein straffes und gesundes Hautbild.

    Weiterhin gibt es Wundheilöle oder Tinkturen, die Spitzwegerich enthalten. Es entfaltet eine positive Wirkung bei hustenden Kindern, lässt sich aber auch zur Wundheilung anwenden.

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    Die Spitzwegerichbätter als Smoothie verarbeitet sind ein Geheimtipp gegen Kopfschmerzen. Darüber hinaus ist Spitzwegerich als hochprozentiger Schnaps erhältlich. Dieser ist jedoch nicht zum Trinken geeignet, sondern für medizinische Zwecke. Er hilft gegen Asthma und Bronchitis. Der Schnaps desinfiziert auch entzündlich, offene Wunden und fördert den Heilungsprozess.

    Spitzwegerich Tee

    Der Spitzwegerichtee besteht aus getrockneten Spitzwegerichblättern. Diese lassen sich im Freien sammeln. Der Tee ist außerdem abgepackt in Beuteln oder lose im Handel erhältlich. Die Blätter finden sich in vielen Kräuterteemischungen. Der Tee lässt sich

    • zur Behandlung von Katarrhen der Luftwege
    • und zur Unterstützung der Wundheilung anwenden.

    Gurgeln allein hilft jedoch nicht.

    Ärzte empfehlen Patienten, etwa ein bis zwei Kaffeelöffel des Spitzwegerichtees mit kochendem Wasser zu übergießen und zugedeckt knapp 15 Minuten ziehen zu lassen. Für eine effektive Wirkung sollten die Patienten den Tee drei bis vier Mal täglich frisch zubereitetet trinken. Alternativ lässt sich auch eine größere Menge Tee kochen und in einer Thermosflasche warmhalten. Die Tees haben keine antibiotische Wirkung mehr, da durch das Abkochen der Stoff Aucubin seine Wirkung verliert.

    Der Tee ist zur Inhalation geeignet. Zwei bis drei Teelöffel des getrockneten Krauts werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgegossen. Es ist ratsam, so heiß wie möglich und für mindestens 15 Minuten zu inhalieren. Der Tee soll übrigens auch bei Gewichts-Frühjahrskuren und bei der Raucherentwöhnung förderlich sein.

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    Spitzwegerichsaft und Hustensirup

    Der Spitzwegerichsaft und der Sirup zählen zum Standardsortiment in Apotheken, Drogeriemärkten und Discountern. Je nach Hersteller finden sich in dem Hustensaft Spitzwegerichextrakte, Zucker und Geschmacksstoffe wie Pfefferminzöl. Es gibt ihn mit und ohne Alkohol, als Sirup- oder Presssaft.

    Der Presssaft wird aus frischem Spitzwegerichkraut hergestellt. Dazu eignen sich frische Spitzwegerichblätter, gibt sie in einen Mörser und presst den Pflanzensaft durch ein Leinentuch aus. Er eignet sich zur Behandlung von Entzündungskrankheiten der Atemwege. Er ist frei von Alkohol und Zucker. Wem das zu umständlich ist, kann den Presssaft in der Apotheke, im Bioladen oder im Reformhaus erwerben.

    Der Geschmack des Presssafts ist leicht bitter, aber nicht unangenehm. Da es sich um frischen Spitzwegerichsaft handelt, sollte die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank gelagert werden. Der Presssaft lässt sich auch äußerlich anwenden. Ein paar Tröpfchen auf einen Insektenstich sorgen für eine Minderung der Schwellung und der Juckreiz verschwindet nach wenigen Stunden.

    Auch der Spitzwegerichsirup lässt sich leicht herstellen. Kräuterfreunde geben zwei Handvoll frischen und kleingeschnittenen Spitzwegerich in ein Glas und bedecken es mit Rohrzucker. Über Nacht löst sich der Zucker im Pflanzensaft auf und die Blätter zerfallen. Diese Prozedur ist jeden Tag zu wiederholen, bis das Glas komplett gefüllt ist. Anschließend sollte der Inhalt an einen warmen Platz für rund zwei Monate durchziehen. Danach kann der Sirup erhitzt und in Flaschen abgefüllt werden. Beim Spitzwegerichsirup bleiben die antibiotischen Eigenschaften erhalten.

    Braun verfärbte Spitzwegerichblätter sollten keine Anwendung als Hausmittel finden, da die antibiotischen Stoffe dann schon abgebaut sind.

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